« zurück
Florian Schroeder und die grotesken Strukturen unserer Welt
Main-Post, 08.10.2017

Da verstrickt er sich etwa in einem Geflecht absurder Deduktionen – jede einzelne logisch –, das ihn von der abnehmenden Zahl befruchtungsfähiger Spermien bei Männern in den westlichen Ländern zu einem Plädoyer für die Zuwanderung führt – und zu Zuwanderern als Soldaten der Zukunft. Oder er erzählt, wie Menschen, die für eine „bunte“ Gesellschaft eintreten, Steine gegen die Fenster einer Pizzeria werfen, weil deren Besitzer Pegida-Anhängern

Spaghetti verkauft – und damit eben nicht „bunt“, sondern intolerant handeln. Also im Prinzip auch nicht anders als die Pegida-Leute. Lustig ist das nicht, soll es wohl auch nicht sein, und manchmal breitet sich betretene Stimmung im Saal aus. Doch Schroeder kriegt immer wieder, meist elegant, die Kurve von der Nachdenklichkeit zur Satire. Zudem hat der belesene 38-Jährige auch genügend Gags im Programm, die unmittelbar wirken. Etwa den Parforceritt durch die deutsche Schlagerkultur von Helene Fischer bis Christina Stürmer. Da muss Florian Schroeder gar nicht viel tun: Die untertitelten Schlagervideos auf Großleinwand sprechen für sich, das Publikum biegt sich vor Lachen. Manchmal ist die Wirklichkeit komischer als jeder Komiker.

ZUM TEXT

Randnotizen

Deutscher Kleinkunstpreis 2017
Die Preisträger des Deutschen Kleinkunstpreises 2017 stehen fest:
Tobias Mann (Kabarett)
Die Feisten (Chanson/Musik/Lied)
Nico Semsrott (Kleinkunst)
Konstantin Wecker (Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz)
Hazel Brugger (Förderpreis der Stadt Mainz)



Dieter-Hildebrandt-Preis 2017: 
Josef Hader



Bayerischer Kabarettpreis 2017:
Michael Altinger (Hauptpreis)
Hazel Brugger (Senkrechtstarter-Preis)
Maxi Schafroth (Musikpreis)
Helge Schneider (Ehrenpreis)



Die Preisträger des Salzburger Stier 2017 wurden bekanntgegeben:
Hosea Ratschiller und RaDeschnig (Österreich)
Helmut Schleich (Deutschland)
Hazel Brugger (Schweiz)


Der "Salzburger Stier" wurde 2017 zum 36. Mal in Kooperation der deutschsprachigen Radiosender von Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol (RAI Sender Bozen) vergeben.


 




 

 

Mathias Repiscus wurde der Kulturpreis 2012 der Stadt Würzburg verliehen

Die Stadt hat damit die Verdienste des Regisseurs und Theaterleiters gewürdigt. In der Würdigung heißt es: "Mathias Repiscus ... ist ein großer in der deutschen Kleinkunstszene: Er bereitet ihr in seinem Bockshorn in Würzburg nicht nur die Bühne - er hat in den zurückliegenden 25 Jahren auch schon so manchen Kleinkünstler ganz schön groß gemacht." Zudem habe die Entscheidung, das Bockshorn aus Sommerhausen nach Würzburg zu verlagern, Würzburg einen deutschlandweiten Ruf als Kabarettstandort eingebracht.